Wien

ÔĽŅ
Wien

* * *

Wien:
Hauptstadt von √Ėsterreich u. √∂sterreichisches Bundesland.

* * *

I
Wien,
 
1) Hauptstadt √Ėsterreichs, umfasst 414,95 km2 mit (1999) 1,61 Mio. Einwohner, bildet das kleinste Bundesland √Ėsterreichs. Wien liegt 171 m √ľber dem Meeresspiegel zwischen Leopoldsberg und Bisamberg, s√ľdlich der Wiener Pforte, dem Durchbruch der Donau durch die Flyschzone des Wienerwalds (erreicht im Hermannskogel auf Stadtgebiet 543 m √ľber dem Meeresspiegel), an der M√ľndung der Wien in die Donau. Der heutige Donaukanal entspricht der Lage des einstigen Hauptstroms. Erst durch die gro√üe Donauregulierung 1869-75 verschwand die weitgehend noch unber√ľhrte, stark verzweigte Auenlandschaft im Norden der Stadt (Praterauen und Lobau, 151 m √ľber dem Meeresspiegel, stellen den verbliebenen Rest dar), die ein √úberqueren des Flusses schwierig gemacht hatte.
 
 
Nach der Landes-Verfassung von 1920, wieder verlautbart 1968, ist Wien gleichzeitig Gemeinde (Stadt mit eigenem Statut) und Bundesland. Der Gemeinderat (100 Mitglieder, f√ľr f√ľnf Jahre gew√§hlt) √ľbt als Landtag zugleich die Landesgesetzgebung aus. Der Gemeinderat w√§hlt nach dem Proporzprinzip den Stadtsenat (die Exekutive), bestehend aus dem B√ľrgermeister, zwei Vizeb√ľrgermeistern sowie (1998) sechs Stadtr√§ten mit Ressorts und f√ľnf Stadtr√§ten ohne Ressortbefugnisse. Der B√ľrgermeister fungiert zugleich als Landeshauptmann und der Stadtsenat als Landesregierung Wien ist in 23 Gemeindebezirke (administrative Verwaltungs-Sprengel) mit gew√§hlten Bezirksvertretungen und -vorstehern gegliedert.
 
 
Es zeigt den 1278 auf einem Wiener Pfennig erstmals nachgewiesenen Kreuzschild.
 
 
In Wien leben (1997) 20 % der Bev√∂lkerung √Ėsterreichs. Seine Stellung als Zentrum der Monarchie hatte ein Wachstum von (1869) 899 000 Einwohner auf (1910) 2,084 Mio. Einwohner bewirkt. Seither war die Entwicklung jedoch r√ľckl√§ufig; allein 1971-81 nahm die Bev√∂lkerung um 83 500 Personen (5,2 %) ab, bedingt durch stark zur√ľckgehende Geburtenzahlen. 1981-96 war wieder ein Anstieg der Bev√∂lkerung um 84 900 Personen (5,5 %), v. a. durch Zuwanderung, zu verzeichnen. Das Bev√∂lkerungswachstum hat sich auf die √§u√üeren Bezirke der Stadt, v. a. die Siedlungszonen im S√ľden und Osten, und auf die rasch wachsenden Gemeinden des Stadtumlands verlagert. Das st√§dtische Arbeitskr√§ftepotenzial kann nur durch einen gro√üen Einpendlereinzugsbereich (rd. 190 000 Tagespendler) und einen hohen Prozentsatz ausl√§ndischer Arbeitnehmer aufrechterhalten werden. 1997 waren 104 700 ausl√§ndische Arbeitskr√§fte in Wien besch√§ftigt.
 
Als Bundeshauptstadt ist Wien Sitz oberster Bundesorgane sowie der H√∂chstgerichte (Oberster Gerichtshof, Verfassungsgerichtshof, Verwaltungs-Gerichtshof), ferner eines Oberlandesgerichts, von f√ľnf Landesgerichten und 13 Bezirksgerichten. In Wien befanden sich - historisch begr√ľndet - auch Landtag und Landesregierung Nieder√∂sterreichs, die 1996 in dessen neue Landeshauptstadt Sankt P√∂lten verlegt wurden. Daneben haben zahlreiche internationale Organisationen ihren Sitz in Wien, in ihrer Funktion als ¬Ľdritte UNO-Stadt¬ę (seit 1979, neben New York und Genf) u. a. die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), die Organisation der UN f√ľr industrielle Entwicklung (UNIDO), das Zentrum der UN f√ľr Soziale Entwicklung und Humanit√§re Angelegenheiten, das Internationale Suchtstoffkontrollamt der UN, au√üerdem die Organisation Erd√∂l exportierender L√§nder (OPEC), das Internationale Institut f√ľr Angewandte Systemanalyse und das Konfliktverh√ľtungszentrum; ferner Sitz eines katholischen Erzbischofs, eines evangelischen, eines altkatholischen und eines armenisch-apostolischen Bischofs sowie eines griechisch-orthodoxen Metropoliten.
 
In Wien bestehen als Universit√§ten die 1365 gegr√ľndete Alma Mater Rudolphina mit Sternwarte (gestiftet 1753) und botanischem Garten (angelegt 1754), eine TU (gegr√ľndet 1815), die Universit√§t f√ľr Bodenkultur (gegr√ľndet 1805 beziehungsweise 1872), eine Veterin√§rmedizin. Universit√§t (gegr√ľndet 1765), eine Wirtschaftsuniversit√§t (gegr√ľndet 1919 als Hochschule f√ľr Welthandel), die Akademie der bildenden K√ľnste (gegr√ľndet 1692), die Hochschule f√ľr angewandte Kunst (gegr√ľndet 1867), die Hochschule f√ľr Musik und darstellende Kunst (gegr√ľndet 1817), die Bundesanstalt f√ľr Leibeserziehung, das Konservatorium, die Diplomat. Akademie und die Landesverteidigungsakademie sowie h√∂here Lehranstalten u. a. berufsbildende Einrichtungen, au√üerdem die √Ėsterreichische Akademie der Wissenschaften und zahlreiche andere wissenschaftliche, kulturelle, staatliche und berufsst√§ndische Vereinigungen, Wirtschaftsverwaltungen, Forschungsinstitute und Versuchsanstalten; ferner im Park Sch√∂nbrunn einer der √§ltesten europ√§ischen Tierg√§rten (1752 angelegt), au√üerdem weitere botanische und zoologische G√§rten; zahlreiche Bibliotheken (darunter die √Ėsterreichische Nationalbibliothek) und Archive (√Ėsterreichisches Staatsarchiv).
 
Die bedeutendsten der mehr als 60 Museen sind: Graphische Sammlung Albertina; Hofburg-Schaur√§ume (Kaiserappartements), Schatzkammer; Erzbisch√∂fliches Dom- und Di√∂zesanmuseum; Schatzkammer des Deutschen Ordens; Kaisergruft bei den P. P. Kapuzinern; Kunsthistorisches Museum; Naturhistorisches Museum; Historisches Museum; Heeresgeschichtliches Museum; Museum f√ľr V√∂lkerkunde; J√ľdisches Museum (im Palais Eskeles); Museum moderner Kunst /Palais Liechtenstein; Museum moderner Kunst /Museum des 20. Jahrhunderts; √Ėsterreichische Galerie im Belvedere (Expositur im Unteren und Oberen Belvedere sowie im Secessionsgeb√§ude); Gem√§ldegalerie und Kupferstichkabinett der Akademie der bildenden K√ľnste; √Ėsterreichisches Museum f√ľr angewandte Kunst; Schloss Sch√∂nbrunn; Technisches Museum f√ľr Industrie und Gewerbe; Museum √ľber das Bestattungswesen; KunstHausWien; √Ėsterreichisches Theatermuseum; √Ėsterreichisches Zirkus- und Clownmuseum; Lipizzaner-Museum.
 
Von den Staatstheatern besitzen das Burgtheater und die Staatsoper internationalen Ruf; ferner bestehen Volksoper (besonders Operettenauff√ľhrungen), Akademietheater und Theater an der Wien (Musicalinszenierungen) sowie als Privattheater u. a. Volkstheater, Theater in der Josefstadt, Renaissancetheater und die Kammerspiele. Zu Wiens Ruf als Musikstadt tragen v. a. die Wiener Philharmoniker und die Wiener Symphoniker bei. Die bedeutendsten Konzertst√§tten sind das Wiener Konzerthaus und das Musikvereinsgeb√§ude. Ihren H√∂hepunkt finden die kulturellen Darbietungen in den j√§hrlichen Wiener Festwochen (Mai und Juni).
 
 
Wien ist v. a. durch eine dynamische Entwicklung im Dienstleistungsbereich charakterisiert. Mit 620,7 Mrd. Schiling tr√§gt Wien (1994) 29,4 % zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) √Ėsterreichs bei und liegt mit einem BIP je Einwohner von (1994) 388 990 Schiling um 48 % √ľber dem √∂sterreichischen Durchschnitt. Der Dienstleistungssektor dominiert mit einem BIP-Anteil von (1994) 76,8 % (√Ėsterreich: 64,9 %), wobei allein der Anteil des Bereichs der ¬ĽVerm√∂gensverwaltung¬ę 29,5 % (√Ėsterreich: 20,3 %) ausmacht. Der produzierende Sektor (einschlie√ülich Energie- und Wasserversorgung, Bauwesen) hat mit (1994) 22,9 % ein weit geringeres Gewicht als im Bundesmittel (32,7 %). Die Land- und Forstwirtschaft ist mit einem BIP-Anteil von (1994) 0,2 % von geringer Bedeutung (√Ėsterreich: 2,4 %).
 
 
Wien erzeugt mit (1996) 5 220 GWh nur 10,1 % der in √Ėsterreich produzierten elektrischen Energie, womit es seinen Eigenbedarf nur etwa zur H√§lfte decken kann. Die Energiewirtschaft beruht v. a. auf W√§rmekraftwerken, die haupts√§chlich mit Erdgas betrieben werden.
 
 
Mit einem BIP-Anteil von (1994) 14,4 % (√Ėsterreich: 21,7 %) ist die Industrie in Wien von unterdurchschnittlicher Bedeutung. Die Schwerpunkte sind die Elektronik- und Elektroindustrie (1995: 30,1 % des industriellen Produktionswerts; Gesamt√∂sterreich 10,9 %), die Nahrungs- und Genussmittelerzeugung (mit Tabakindustrie 13,7 %; √Ėsterreich 10,3 %), die Fahrzeugindustrie (13,3 %; √Ėsterreich 7,6 %), der Maschinen- und Stahlbau (11,6 %; √Ėsterreich 12,6 %) und die chemische Industrie (9 %; √Ėsterreich 11 %). Die Industriestandorte befinden sich v. a. im S√ľden (X. und XXIII. Bezirk) sowie im Nordosten der Stadt (XXI. Bezirk).
 
 
Die ¬ĽVerm√∂gensverwaltung¬ę stellt den gr√∂√üten Wertsch√∂pfungsfaktor dar. Auch die Anteile der unselbstst√§ndig Besch√§ftigten nach Wirtschaftsklassen im Vergleich zu √Ėsterreich belegen die Bedeutung dieses Wirtschaftssektors. So sind (1997) 35 % der in √Ėsterreich unselbstst√§ndig Besch√§ftigten des Bereichs Kredit und Versicherungswesen in Wien besch√§ftigt. F√ľr den Bereich Realit√§ten, Vermietung und unternehmensbezogene Dienstleistungen betr√§gt der Besch√§ftigtenanteil Wiens (1997) 44,8 %. Einen im Vergleich zu √Ėsterreich √ľberproportionalen Anteil am BIP besitzt auch der Handel (1994: 16,3 %; √Ėsterreich 13,2 %). Demgegen√ľber hat das Beherbergungs- und Gastst√§ttenwesen mit einem BIP-Anteil von (1994) 1,9 % eine unterproportionale Bedeutung (√Ėsterreich 3,6 %). Mit 7,2 Mio. √úbernachtungen (1997) hat der Tourismus in Wien dennoch einen hohen Stellenwert. Wien ist au√üerdem eine bedeutende Kongress- (Kongresszentrum Hofburg, Vienna International Center) und Messestadt (j√§hrlich zwei internationale Messen).
 
Verkehr:
 
Wien besitzt mit dem internationalen Flughafen Wien-Schwechat den wichtigsten Flughafen √Ėsterreichs. Mit (1996) 9,1 Mio. Flugg√§sten tr√§gt Wien 75 % des √∂sterreichischen Passagieraufkommens. Wien verf√ľgt √ľber eine moderne U-Bahn, deren Netz st√§ndig erweitert wird, eine S-Bahn, ein umfangreiches Stra√üenbahnnetz und ist Kernzone eines gro√üen Verkehrsverbundes, der von Sankt P√∂lten bis zur √∂sterreichischen-slowakischen Grenze reicht. Die Stadt besitzt im S√ľden und Osten (S√ľdosttangente und Donauufer-Autobahn) eine Stadtautobahn. Durch die √Ėffnung der Ostgrenzen und die bevorstehende Stadterweiterung v. a. im Osten wird f√ľr die Zukunft mit einer Verst√§rkung des motorisierten Individualverkehrs in und um Wien gerechnet. Der Anteil des Transitverkehrs auf der S√ľdosttangente (A 23) wird laut Prognosen stark zunehmen. Zur Entlastung dieser Verkehrsachse wird der Bau einer S√ľdumfahrungsautobahn diskutiert. Die Einbindung Wiens in das europ√§ische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz ist geplant (u. a. Ausbau der Westbahnstrecke und Bau des Semmeringtunnels). Nach Osten ist die Wiedererrichtung und Beschleunigung der Bahnverbindung zwischen Wien und Pre√üburg vorgesehen.
 
 
Die Innere Stadt (I. Bezirk), die aus einem r√∂mischen Lager hervorging und deren Ausdehnung seit etwa 1200 weitgehend unver√§ndert blieb, war bis 1857 von Befestigungsanlagen umgeben. Daran schloss sich ein Kranz von Vorst√§dten an (Innere Bezirke: II.-IX. und XX. Bezirk), die ab 1704 bis ins ausgehende 19. Jahrhundert gleichfalls durch eine Befestigung (Linienwall) gesch√ľtzt wurden. Stadt und Vorst√§dte wurden rechtlich 1850 vereinigt. 1890/92 kam ein weiterer Ring von Ortsgemeinden (Vororte) zu Wien (XI.-IXX. Bezirk), 1904/05 folgten erstmals Gemeinden vom linken Donauufer (XXI. Bezirk). Die letzte Erweiterung des Stadtgebietes erfolgte in der nationalsozialistischen √Ąra 1938 (26 Bezirke), wurde jedoch 1954 zum gr√∂√üten Teil r√ľckg√§ngig gemacht (23 Bezirke). F√ľr die Inneren Bezirke, in denen fr√ľher v. a. b√ľrgerliches Handwerk und Gewerbe dominierten, ist seit dem 18. Jahrhundert eine gemischte Nutzung von Wohn- und Gewerberaum typisch. In der 2. H√§lfte des 19. Jahrhunderts - gef√∂rdert durch den Anschluss an das Eisenbahnnetz - erfuhr Wien einen im Stadtbild deutlich merkbaren Wandel zur Industriestadt; davon waren v. a. die Randbereiche betroffen, von denen sich einige zu Arbeiter-Bezirke entwickelten. In manchen der fr√ľheren Vororte hat sich zum Teil aber auch die urspr√ľngliche agrarische Struktur erhalten, heute v. a. in Form von Weinbau- (660 ha Rebland) und Gartenbaubetrieben. Einige Orte - besonders jene in der N√§he kaiserlicher (Sch√∂nbrunn) oder adeliger Schl√∂sser (Neuwaldegg) - waren im Vorm√§rz beliebte Sommerfrischen, sp√§ter entwickelten sich in diesen Gegenden vielfach Villenviertel. In der Zwischenkriegszeit und nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Neubebauung - in erheblichem Ma√ü von der Stadtverwaltung getragen (kommunaler Wohnungsbau) - v. a. in den Au√üen-Bezirke und am Stadtrand, wobei in j√ľngster Zeit die Bezirke am linken Donauufer (XXI. und XXII. Bezirk) - nicht zuletzt durch die UNO-City - einen besonderen st√§dtebaulichen Schwerpunkt bilden.
 
Im Mittelpunkt der Inneren Stadt steht das Wahrzeichen Wiens, der Stephansdom. Vom sp√§tromanischen Bau (Mitte 13. Jahrhundert) sind die Teile des Westwerks (mit dem ¬ĽRiesentor¬ę, einem reich skulptierten Stufenportal) erhalten, der gotische dreischiffige Hallenchor wurde 1304, das Langhaus als dreischiffige Staffelhalle 1359 begonnen (sp√§tgotisches Netzgew√∂lbe 1450); der 136 m hohe Turm gilt als einer der sch√∂nsten gotischen Kirchent√ľrme. Im Inneren befinden sich zahlreiche plastische Werke, darunter die Pfeilerstatuen im Chor (um 1320), der Orgelfu√ü (1513) und die Kanzel (1514/15) von A. Pilgram mit dessen Selbstportr√§t, und das Grabmal Kaiser Friedrichs III. von N. Gerhaert von Leyden (1467 ff.); ¬ĽWiener Neust√§dter-Altar¬ę (1447) mit Gem√§lden und Schnitzereien.
 
Als √§lteste Kirche Wiens gilt Sankt Ruprecht (11.-15. Jahrhundert) mit romanischem Westturm. Die Michaelerkirche (13. Jahrhundert) erhielt 1792 eine vorgeblendete klassizistische Fassade; 1982 wurde ein romanisches Figurenportal aus der Gr√ľndungszeit entdeckt (um 1220). Gotische Kirchen sind die Augustinerkirche (1330-39), eine hochstrebende Halle mit dem Grabmal der Erzherzogin Marie-Christine (* 1742, ‚úĚ 1798) von A. Canova (1798-1805), die ehemalige Minoritenkirche (vor 1339 begonnen) mit reich gegliedertem Mittelportal und Ma√üwerkfenstern, Maria am Gestade (14.-15. Jahrhundert) mit reizvoller Westfassade und Glasgem√§lden in den Chorfenstern (14. Jahrhundert). Noch gotisch beeinflusst ist der Renaissancebau der Franziskanerkirche (1603-11). Ein barocker Bau ist die Servitenkirche (1651-77). Die fr√ľhbarocke Jesuitenkirche (1627-31) wurde 1703 ff. von A. Pozzo in hochbarocken Formen umgebaut und ausgestattet. Die Kapuzinerkirche (1622-32) erhebt sich √ľber der Kaisergruft mit den Sarkophagen der Habsburger (Kapuzinergruft); zu den bedeutendsten Barockkirchen geh√∂rt Sankt Peter (1703-17), im Wesentlichen von J. L. von Hildebrandt, mit schr√§g gestellten T√ľrmen und beherrschender Kuppel (Kuppelfresko von J. M. Rottmayr, 1714). Im Wesentlichen ein Werk Hildebrandts ist auch die Piaristenkirche (1771 geweiht) mit Deckenfresko von F. A. Maulbertsch. Das sakrale Hauptwerk J. B. Fischers von Erlach ist die Karlskirche (1716 begonnen), deren Fassade mit den als Tore gestalteten seitlichen Glockent√ľrmen und zwei Triumphs√§ulen mit Spiralreliefs von ungew√∂hnlicher Wirkung ist (Kuppelfresko von Rottmayr, Altargem√§lde von D. Gran, M. Altomonte u. a.).
 
Der bedeutendste Profanbau ist die gro√üe Baugruppe der Hofburg. Daneben pr√§gen zahlreiche Adelspalais das Stadtbild. Noch ins 17. Jahrhundert geh√∂ren die Palais Starhemberg (1661 ff.; heute Ministerium f√ľr Wissenschaft und Forschung, Unterricht und Kunst), Lobkowitz (1685-87) und das Stadtpalais Liechtenstein (1692-1705, mit pr√§chtigem Treppenhaus). Das Winterpalais von Prinz Eugen von Savoyen-Carignan ist das erste gro√üe Werk Fischers von Erlach (1695-97; heute Finanzministerium). Vom selben Baumeister stammen die Palais Batthy√°ny-Sch√∂nborn (1699-1706), Trautson (1710-12) und die ehemalige B√∂hmische Hofkanzlei (1708-14 ; heute Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshof). Von Hildebrandt u. a. die Palais Sch√∂nborn (1705-11) und Daun-Kinsky (1713-16) sowie das Schwarzenbergpalais (1697 ff.). Das Hauptwerk Hildebrandts ist das ehemalige Gartenpalais des Prinzen Eugen, das Belvedere, eine der sch√∂nsten europ√§ischen Palastanlagen, mit dem Unteren Belvedere (17134-16) als Wohnbau, dem Oberen Belvedere (1721-23) als Lustschloss und dem Garten. Das ehemalige kaiserliche Schloss Sch√∂nbrunn lag urspr√ľnglich weit vor der Stadt (1696 von Fischer von Erlach begonnen); in der N√§he befindet sich Schloss Hetzendorf, 1694 als Jagdschloss errichtet, sp√§ter ver√§ndert (Festsaal, dekoriert von Antonio Beduzzi, * 1675, ‚úĚ 1735; Sala terrena mit Deckengem√§lde von D. Gran; Japanischer Salon u. a.).
 
Die letzte gro√üe, das Stadtbild entscheidend pr√§gende Bauperiode war die Anlage der Ringstra√üe mit Monumentalbauten in historisierenden Formen, v. a. mit Elementen der italienischen Hochrenaissance (¬ĽRingstra√üen-Stil¬ę): Staatsoper (1861-69) von A. Siccard von Siccardsburg und E. van der N√ľll (Fresken von M. von Schwind, 1863-67), Musikvereinsgeb√§ude (1867-69), Akademie der bildenden K√ľnste (1872 bis 1876), Parlament (1873-83) und B√∂rse (1874-77) von T. E. von Hansen, Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum (1871-91), Burgtheater (1874-88; in den Treppenh√§usern Fresken von G. Klimt, 1888) und die Neue Hofburg (1881-94) von G. Semper und K. Hasenauer (ein entsprechender Fl√ľgel, der den Heldenplatz auf der gegen√ľberliegenden Seite abschlie√üen und mit Kunsthistorischem und Naturhistorisches Museum eine Platzanlage bilden sollte, wurde nicht mehr ausgef√ľhrt); neugotische Votivkirche (1856-79), Museum f√ľr angewandte Kunst (1868-71) und Universit√§t (1873-84) von H. von Ferstel, das gotisierende neue Rathaus (1872-83) von dem Dombaumeister F. von Schmidt.
 
Wegweisend f√ľr das Bauen im 20. Jahrhundert wurden einerseits der Jugendstil (Secessionsgeb√§ude von J. M. Olbrich, 1897/98; Stationen der Stadtbahn, 1894-1901, Steinhofkirche, 1904-07, und die Postsparkasse, 1904-06, von O. Wagner; Haupteingang zum Stadtpark von F. Ohmann, 1906), andererseits die klare, auf Ornamentik verzichtende Bauweise von A. Loos (u. a. Haus am Michaelerplatz, 1909-11). Nach dem Ersten Weltkrieg stand der Wohnhausbau im Vordergrund: am repr√§sentativsten der expressionistischen Karl-Marx-Hof mit 1 300 Wohnungen (1927-30) von Karl Ehn (* 1884, ‚úĚ 1957); Werkbundsiedlung (1931/32, Typenh√§user u. a. von J. Hoffman, Loos, R. Neutra, G. Rietveld, H. H√§ring). Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden u. a. die Kirche Heilige Dreifaltigkeit (Modell 1967, Ausf√ľhrung 1974-76) nach Entwurf von F. Wotruba, der Dominikanerinnen-Konvent (1964-65) von G. Peichl, die Zentralsparkasse Favoriten (1975-79) von G√ľnther Domenig; am Stephansplatz das Haas-Haus (1986-90) von H. Hollein; farbenpr√§chtig ist das Haus Hundertwasser (1983-86). - Im Zuge einer intensiven Stadtentwicklung, die Anfang der 1990er-Jahre einsetzte, wurde auch die Stadtkante an der Donau, nord√∂stlich der Innenstadt, durch rege Baut√§tigkeit unter Mitwirkung zahlreicher internationaler f√ľhrender Architekten zum Teil neu geformt. Einen markanten Punkt bildet der 1999 fertig gestellte ¬ĽMillennium Tower¬ę am Handelskai, ein B√ľroturm mit 50 Stockwerken und einer Gesamth√∂he von 202 m (Architekten: Peichl; Boris Podrecca, * 1941). Am gegen√ľberliegenden Ufer, durch die Reichsbr√ľcke mit der Stadt verbunden, liegt vor dem 1973-79 mit vier gl√§sernen T√ľrmen und einem Kongresszentrum erbauten Komplex des Vienna International Center (UNO-City) die Donau-City, ein neuer Stadtteil mit Wohnbauten (etwa 1 600 Wohnungen), mehreren B√ľrohochh√§usern, Universit√§ts- und Freizeiteinrichtungen; hier bildet der 1998 fertig gestellte Andromeda Tower (Gesamth√∂he 120 m), ein gl√§serner B√ľroturm in Ellipsenform von W. Holzbauer, eine neue architektonische Dominante. Die Achsen der Reichsbr√ľcke nach Norden werden durch weitere Wohnhochh√§user markiert (u. a. von Peichl, Coop Himmelblau), die einen st√§dtebaulichen Br√ľckenschlag vom historischen Stadtzentrum √ľber die Donau in die n√∂rdlichen Stadtentwicklungsgebiete darstellen. Mit dem neuen Museumsquartier (er√∂ffnet 2001; Architekten: Laurids und Manfred Ortner), das die Achse von der Hofburg und den beiden historischen Museen mit Architektur- und Kunstformen des 20. und 21. Jahrhunderts fortf√ľhrt, entstand einer der gr√∂√üten Kulturkomplexe der Welt, der drei neue Museen und zahlreiche kulturelle Einrichtungen beherbergt. - Weitere Sehensw√ľrdigkeiten Wiens sind der 252 m hohe Donauturm (1964) auf dem Gel√§nde der ehemaligen Gartenbauausstellung, der Prater, die Urania-Sternwarte und der Zentralfriedhof.
 
 
An eine keltische Siedlung ankn√ľpfend errichteten die R√∂mer gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. im Zuge ihrer befestigten Nordgrenze (Donau-Limes) das Legionslager Vindobona, das 166 von Markomannen und Quaden zerst√∂rt, 170 durch Kaiser Mark Aurel wieder errichtet und 212 als Municipium bezeichnet wurde. Nach dem Zusammenbruch des Limes (395) riss die gesicherte schriftliche √úberlieferung zun√§chst ab, doch 881 wird es als Wenia wieder genannt. Die Siedlung, deren Kontinuit√§t bis hin zum Mittelalter arch√§ologisch gesichert ist, entwickelte sich bis ins 11. Jahrhundert zum wichtigen Handelsplatz. Um 1135 kam Wien (1137 erstmals als Civitas bezeichnet) in den Besitz der Babenberger; Heinrich II. Jasomirgott erhob sp√§testens 1156 Wien in Nachfolge von Klosterneuburg zur Residenz des neu geschaffenen Herzogtums √Ėsterreichs. Das Anwachsen des Donauhandels brachte Wien dank seiner verkehrsg√ľnstigen Lage ein erstes Aufbl√ľhen. 1221 erhielt Wien Stadt- und Stapelrecht (mit Monopolstellung im Transithandel), zwischen 1237 und 1278 wurde die Stadt dreimal zur freien Reichsstadt erhoben. Nach dem Aussterben der Babenberger (1246) kam Wien an K√∂nig Ottokar II. PŇôemysl, 1276 an K√∂nig Rudolf I. von Habsburg. Aufst√§nde gegen die neue Landesherrschaft wurden von Herzog Albrecht I. 1288 unterdr√ľckt, doch zogen sie ein verschlechtertes Stadtrecht (1296) und den endg√ľltigen Verlust der Reichsfreiheit nach sich. Im 14. Jahrhundert wuchs Wien als Warenumschlagplatz zu einer volkreichen B√ľrgerstadt heran und entwickelte sich zu einem bedeutenden Kulturzentrum. Herzog Rudolf IV., der Stifter, gr√ľndete 1365 die Universit√§t, die erst bei der ¬Ľzweiten Gr√ľndung¬ę (1384) auch eine theologische Fakult√§t erhielt. 1469 wurde Wien Bischofsitz (1722 Erzbischofssitz); 1485-90 residierte K√∂nig Matthias I. Corvinus von Ungarn in Wien (1437 erstes Br√ľckensystem √ľber die Donau; 1588 erste Regulierung des heutigen Donaukanals).
 
Das Vordringen der T√ľrken und die Verlagerung der Handelswege untergruben ab dem ausgehenden 15. Jahrhundert die Stellung Wiens als Handelsstadt, doch gewann es als Sitz der Zentralbeh√∂rden des anwachsenden Habsburgerreichs neue Bedeutung (ab 1438/39 Residenzstadt des Heiligen R√∂mischen Reiches; 1611-1806 st√§ndig). Neuerliche Aufst√§nde der B√ľrgerschaft, diesmal gegen (den sp√§teren Kaiser) Ferdinand I., endeten mit dem Sieg des Landesherren (¬ĽWiener Neust√§dter Blutgericht¬ę 1522) und zogen eine Einschr√§nkung der Selbstverwaltung durch das Stadtrecht von 1526 nach sich. Im Anschluss an die erste T√ľrkenbelagerung unter S√ľleiman I. (September bis Oktober 1529) wurde die Stadt mit einem neuen Befestigungsg√ľrtel versehen (1532-1672). Nach dem Anschluss an die Reformation (1521) war der gr√∂√üte Teil der Bev√∂lkerung protestantisch. In der Gegenreformation wurde die protestantische Lehre Mitte des 16. Jahrhunderts wieder zur√ľckgedr√§ngt, die Universit√§t geriet ab 1558 (bis 1778) unter jesuitischem Einfluss, unter den Jesuiten gewannen italienische und spanische Kultureinfl√ľsse nachhaltig an Boden.
 
Die zweite T√ľrkenbelagerung unter Kara Mustafa (1683) gef√§hrdete die von B√ľrgermeister J. A. Liebenberg und E. R. Graf von Starhemberg verteidigte Stadt schwer, leitete nach der siegreichen Schlacht am Kahlenberg (T√ľrkenkriege) mit der Ausdehnung und der Machtentfaltung der Habsburger aber auch eine Epoche glanzvollen Aufstiegs als barocke Kaiserresidenz und europ√§isches Kulturzentrum (u. a. Wiener Klassik) ein, verbunden mit gro√üem Bev√∂lkerungszuwachs (nach 1750 Entwicklung zur Gro√üstadt). Zentralisierungsbestrebungen schufen eine gro√üe Beamtenschaft, die bis 1918 ein wesentliches Element der Wiener Bev√∂lkerung war. 1783 kam es mit der Bildung des Magistrats zu einer grundlegenden Neuordnung der st√§dtischen Verwaltung, die dann bis 1848 nur noch ausf√ľhrendes Organ war; die B√ľrgermeister wurden auf Lebenszeit bestellt.
 
Nachdem Wien 1804 Hauptstadt des Kaisertums √Ėsterreich geworden war, besetzten franz√∂sische Truppen unter Napoleon I. 1805 und 1809 die Stadt. 1814/15 tagte hier der Wiener Kongress. Im 19. Jahrhundert wirkten u. a. die Schriftsteller F. Grillparzer, J. N. Nestroy, F. Raimund, die Maler F. G. Waldm√ľller, M. von Schwind, die Komponisten J. Strauss (Vater) und F. Schubert in Wien. - Im M√§rz und Mai, v. a. aber im Oktober 1848 kam es zu revolution√§ren Erhebungen, die von A. F√ľrst von Windischgr√§tz blutig niedergeworfen wurden (M√§rzrevolution). Nach der Eingemeindung von 34 Vorst√§dten (1850) erhielt Wien im selben Jahr eine neue Gemeindeordnung und 1861 die kommunale Selbstverwaltung. Die Universit√§t wurde nach dem humboldtschen Modell reformiert (1848-51). Nach einer Anordnung von Kaiser Franz Joseph I. zur Schleifung der Befestigungen wurde an ihrer Stelle der ¬ĽRing¬ę, eine 57 m breite und 4 km lange Prachtstra√üe, angelegt (1857-65) und in den folgenden Jahren mit Parkanlagen und Monumentalbauten versehen. - Die Donauregulierung 1869-75 f√ľhrte den Fluss an der Stadt vorbei; durch sp√§tere Regulierung (ab den 1970er-Jahren) entstand die Donauinsel. - Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts lebten und arbeiteten die Komponisten J. Brahms, A. Bruckner, H. Wolf, J. Strauss (Sohn), F. von Supp√© sowie der Maler H. Makart in der Stadt. 1890 wurde Grinzing, 1892 Vororte im S√ľden und Westen eingemeindet.
 
Die Industrialisierung (etwa ab 1850) brachte u. a. mit mehreren Wirtschaftskrisen (B√∂rsenkrach 1873), aber auch der Weltausstellung von 1873 starke soziale Spannungen. Die Liberalen verloren 1895 die Mehrheit im Gemeinderat an die kleinb√ľrgerliche und zeitweilig stark antisemitisch gepr√§gte Christlichsoziale Partei, doch konnte ihr F√ľhrer K. Lueger erst 1897 die kaiserliche Best√§tigung als ¬ĽB√ľrgermeister¬ę erlangen. Er beschritt neue Wege der Gemeindeverwaltung (Kommunalisierung von Gas- und Elektrizit√§tswerken, √úbernahme und Elektrifizierung der Stra√üenbahn). Um die Jahrhundertwende revolutionierten O. Wagner, A. Loos, J. Hoffmann u. a. die Architektur, G. Mahler, A. Sch√∂nberg, sp√§ter dessen Sch√ľler A. Berg, A. Webern und E. Krenek beschritten neue Wege in der Musik (Wiener Schule 2), G. Klimt, E. Schiele und O. Kokoschka traten in der Malerei hervor. E. Eysler, F. Leh√°r, E. K√°lm√°n sowie O. Straus f√ľhrten die Wiener Operette weiter. A. Schnitzler, H. von Hofmannsthal, K. Kraus, R. Musil u. a. bestimmten das literarische Leben. Daneben wirkten in Wien u. a. S. Freud, A. Adler und V. E. Frankl (Wiener Schule 4). Im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts bildete sich um M. Schlick und R. Carnap der Wiener Kreis, der eine gro√üe Wirkung auf Philosophie und Wissenschaftstheorie hatte. Mit der Eingemeindung des links der Donau gelegenen Industriegel√§ndes mit dem Zentrum Floridsdorf erreichte Wien um 1905 die Zweimillionengrenze.
 
Der Zusammenbruch √Ėsterreich-Ungarns 1918 hatte f√ľr Wien gro√üe Folgen. Es verlor v. a. sein wirtschaftliches Hinterland; der staatliche Verwaltungs-Apparat musste reduziert und die Wirtschaft umgestellt werden. Wien verlor rd. 350 000 Einwohner; gleichzeitig lebte in Wien nun fast ein Drittel der Bev√∂lkerung der Republik √Ėsterreich. 1919-34 hatten die Sozialdemokraten in Wien die absolute Mehrheit und stellten den B√ľrgermeister: 1919-23 Jakob Reumann (* 1853, ‚úĚ 1925), 1923-34 K. Seitz. 1922 wurde Wien eigenes Bundesland. Die sozialdemokratische Landesregierung trat durch soziale Reformen hervor (Julius Tandler, * 1869, ‚úĚ 1936). Eine umfangreiche st√§dtische Wohnbaut√§tigkeit gab der Stadt √ľber weite Strecken ein neues Gesicht (mehr als 63 000 Wohnungen), die Schulreform unter Otto Gl√∂ckel (* 1874, ‚úĚ 1935) gab auf dem Bildungssektor entscheidende Impulse. Die latente B√ľrgerkriegssituation zwischen dem ¬ĽRoten Wien¬ę und der konservativen Bundesregierung f√ľhrte zu den Arbeiterdemonstrationen vom 15. 7. 1927 (Brand des Justizpalastes) und den Februarunruhen von 1934. Im selbenn Jahr setzte die Regierung unter E. Dollfuss eine autorit√§re Stadt-Verwaltung unter B√ľrgermeister R. Schmitz (1934-38) ein. Nach dem ¬ĽAnschluss¬ę √Ėsterreichs an das Deutsche Reich (1938) wurde Wien durch die Eingemeindung von 97 Orten zum ¬ĽReichsgau Gro√ü-Wien¬ę erweitert. 1944/45 erlitt Wien durch Luftangriffe und Bodenk√§mpfe gro√üe Zerst√∂rungen. Nach ihrer Einnahme durch die sowjetische Armee war die Stadt 1945-55 von Frankreich, Gro√übritannien, der UdSSR und den USA besetzt. Jeder der vier M√§chte unterstand ein bestimmter Sektor der Stadt; die Innere Stadt wurde gemeinsam verwaltet.
 
Von 1945 bis 1996 besa√ü die SP√Ė in Wien wieder die absolute und seit 1996 die relative Mehrheit; seitdem stellt sie erneut die B√ľrgermeister: 1945-51 T. K√∂rner, 1951-65 F. Jonas, 1965-70 Bruno Marek (* 1900, ‚úĚ 1980), 1970-73 Felix Slavik (* 1912, ‚úĚ 1991), 1973-84 L. Gratz (* 1929), 1984-94 Helmut Zilk (* 1927), ab 1994 Michael H√§upl (* 1949).
 
 
 
H. Bobek u. E. Lichtenberger: W. (Graz 1966);
 
Die Wiener Ringstraße - Bild einer Epoche, hg. v. R. Wagner-Rieger, 11 Bde. (1969-81);
 
W. Spektrum einer Stadt, hg. v. H. Spiel (1971);
¬†M. H√ľrlimann: W. Biogr. einer Stadt (Z√ľrich 31976);
¬†E. Lichtenberger: Die Wiener Altstadt. Von der mittelalterl. B√ľrgerstadt zur City, 2 Bde. (Wien 1977);
 
Histor. Atlas von W., bearb. v. F. Czeike u. a., auf mehrere Bde. ber. (ebd. 1981 ff.);
 F. Czeike: Histor. Lex. W., 5 Bde. (ebd. 1992-97);
¬†G. D√ľriegl: W. 1683 (ebd. 21983);
 
Studien zur Gesch. W.s im T√ľrkenjahr 1683, hg. v. P. Csendes (ebd. 1983);
 
Gesch. der Stadt W., 5 Bde. (ebd. 1985-91);
 E. Bramhas: Der Wiener Gemeindebau. Vom Karl-Marx-Hof zum Hundertwasserhaus (Basel 1987);
¬†F. Achleitner: √Ėsterr. Architektur im 20. Jh., Bd. 3,1 (Salzburg 1990);
 P. Csendes: Gesch. W.s (Wien 21990);
 F. Czeike u. W. Brauneis: W. u. Umgebung (111990);
 K. Rossbacher: Lit. u. Liberalismus. Zur Kultur der Ringstraßenzeit in W. (Wien 1992);
 F. Czeike: W. Innere Stadt (ebd. 1993);
 W. H. Chramosta: Architektur W. (1996);
 E. Haider: W. im Wandel. Von den Babenbergern bis heute (Wien 1996);
 
Architektur W., 500 Bauten, hg. v. A. Sarnitz (Wien 1997).
 
¬†2) katholisches Erzbistum, 1469 durch Abtrennung vom Bistum Passau auf Wunsch Kaiser Friedrichs III. von Papst Paul II. als exemtes Bistum errichtet. 1722 erwirkte Kaiser Karl VI. die Erhebung zum Erzbistum mit dem Suffraganbistum Wiener Neustadt (1785 aufgehoben). Heutige Suffraganbist√ľmer sind Eisenstadt, Linz und Sankt P√∂lten. Bedeutende Erzbisch√∂fe Wiens waren u. a. die Kardin√§le J. O. von Rauscher, T. Innitzer und F. K√∂nig. - Erzbischof ist seit 1995 C. Sch√∂nborn. (katholische Kirche, √úbersicht)
 
¬†3) die, rechter Nebenfluss der Donau in Nieder√∂sterreich und Wien, 31 km lang, entspringt im Wienerwald, m√ľndet im Wiener Stadtzentrum in den Donaukanal.
 
II
Wien,
 
1) Max Carl Werner, Physiker, * K√∂nigsberg (heute Kaliningrad) 25. 12. 1866, ‚úĚ Jena 24. 2. 1938, Vetter von 2); 1899-1903 Professor in Aachen, danach in Danzig, ab 1911 in Jena. Wien forschte √ľber hochfrequente elektromagnetische Wellen, gekoppelte Schwingungssysteme, nutzte die L√∂schfunkenstrecke zur Schwingungserzeugung und untersuchte die Leitf√§higkeit von Elektrolyten unter hochgespannten Str√∂men.
 
¬†2) Wilhelm Karl Werner, Physiker, * Gaffken (Kreis Samland) 13. 1. 1864, ‚úĚ M√ľnchen 30. 8. 1928, Vetter von 1); 1890-95 an der Physikalisch-Technische Reichsanstalt in Berlin t√§tig, danach Professor in Aachen, 1899 in Gie√üen, 1900-20 in W√ľrzburg und anschlie√üend in M√ľnchen. Wien leistete bedeutende theoretische Arbeiten zur Temperaturstrahlung des schwarzen K√∂rpers, formulierte 1893/94 das nach ihm benannte Verschiebungsgesetz, 1896 sein Strahlungsgesetz und erhielt 1911 f√ľr diese Beitr√§ge den Nobelpreis f√ľr Physik. Experimentell besch√§ftigte er sich u. a. 1895 zusammen mit O. Lummer mit der Realisierung eines schwarzen Strahlers, mit Kathoden- und Kanalstrahlen, deren Ladung, Geschwindigkeit und Teilchennatur er 1897/98 ermittelte, mit der Messung extremer Temperaturen und 1907 mit der Wellenl√§ngenbestimmung von R√∂ntgenstrahlen durch Messung ihrer Quantenenergie.
 
 
Werke: Lehrbuch der Hydrodynamik (1900); Vorlesungen √ľber neuere Probleme der theoretischen Physik (1913); Aus der Welt der Wissenschaft Vortr√§ge und Aufs√§tze (1921).
 
Autobiographie: Aus dem Leben und Wirken eines Physikers (herausgegeben 1930).
 
Herausgeber: Handbuch der Experimentalphysik, 44 Teile und 2 Ergänzungs-Teile (1926-37, mit F. Harms).

* * *

Wien: Hauptstadt √Ėsterreichs.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Wien ‚ÄĒ Landesflagge Landeswappen Logo ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 2 ‚ÄĒ 2. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Leopoldstadt ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 3 ‚ÄĒ III. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Landstra√üe Fl√§che ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 12 ‚ÄĒ XII. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Meidling Fl√§che: 8,2 ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 13 ‚ÄĒ 13. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Hietzing Fl√§che: 37,70 km¬≤ ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 14 ‚ÄĒ XIV. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Penzing ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 23 ‚ÄĒ XXIII. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Liesing ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 9 ‚ÄĒ Der Alsergrund ist der 9. Wiener Gemeindebezirk und liegt innerhalb des Wiener G√ľrtels, der an Stelle des ehemaligen Linienwalls angelegt wurde. IX. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien IX ‚ÄĒ Der Alsergrund ist der 9. Wiener Gemeindebezirk und liegt innerhalb des Wiener G√ľrtels, der an Stelle des ehemaligen Linienwalls angelegt wurde. IX. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 1 ‚ÄĒ I. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Innere Stadt ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Wien 11 ‚ÄĒ XI. Wiener Gemeindebezirk Wappen Karte Name: Simmering Fl√§che: 23,23 km¬≤ ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.